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aktualisiert am:
09.09
.2010


Der "Schachautomat"

Die bekannten Redewendungen "eine Türken bauen" oder "Das ist getürkt." sind nicht etwa diskriminierende Floskeln, sondern Sprüche, die auf einen sächsischen Adligen zurückführen, der im 18. Jahrhundert ganz Europa mit einem Schachautomaten getäuscht hat.

Der Dichter und Hofrat Baron Wolfgang von Kempelen (1734 - 1804) gilt bis heute als Erfinder bedeutender "Rokoko-Hightech-Maschinen". Dazu gehört auch der erste Schachautomat der westlichen Welt, den er 1769 am Wiener Hof der Öffentlichkeit präsentierte. Er nannte seine angeblich denkende Maschine "den Türken". Denn vor der Kiste mit dem Schachbrett saß eine lebensgroße, prunkvoll osmanisch gekleidete Puppe. Von Kempelen behauptete, dass das Geheimnis seiner Maschine allein in der komplexen Zahnrad-Mechanik im Innern der Kiste lag.

Die Schnelligkeit, mit der der Türke fast jeden guten Spieler seiner Zeit (darunter auch Napoleon I.) besiegte, ließen allerdings Zweifel aufkommen. Auch heutzutage würden Schach-Profis und Computerexperten natürlich an dieser Erklärung zweifeln. Der Trick an der Maschine war, dass sich ein Kleinwüchsiger im Gehäuse der Maschine versteckte. Über eine mechanische Steuerung konnte er seine Schachfiguren mit dem Arm der "Türken-Puppe" bewegen. Dem Spielstand folgte er, indem er in geschickt angeordnete Spiegel blickte, wie sie auch von Zauberkünstlern verwendet wurden. 

 

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09.9.-12.9.2010
NDJMM in
Magdeburg
und Berlin

 
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