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Hinter
den Kulissen - lustige Geschichten aus dem Leben
der Meister
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I 2
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Wer siegt?
Bei einem englischen Turnier geriet
der damalige Weltmeister Aljechin durch
ein zu riskantes Spiel gegen seinen Gegner
in eine sehr fatale Lage. Aljechin gelang
es trotzdem mit viel Glück, sich bis zum
Abbruch zu retten. Voller Stolz zeigte sein
Gegner dann in der Mittagspause die Abbruchstellung
Dr. Tartakower und fragte diesen dann nach
einigen Erläuterungen: “Also, was denken
Sie, wer gewinnt die Partie?” Dr. Tartakower
antwortete trocken: “Aljechin.” “Aber wieso
denn? Ich habe doch die viel bessere Stellung!”,
rief Aljechins Gegner entsetzt. Dr. Tartakower
klärte ihn auf: “Ja, aber Sie haben mich
ja nicht gefragt, wer die bessere Stellung
hat, sondern wer die Partie gewinnt.” und
verschwand daraufhin. Tatsächlich konnte
Aljechin die Partie letztendlich für sich
entscheiden.
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Gewinnplan
Dr.
Siegbert Tarrasch lehnte Sekundanten ab.
Als man ihm nach einer schwierigen
Hängepartie zum Sieg gratulieren wollte,
bekannte er allerdings offen: "Ich
habe nur durch fremde Hilfe gewonnen.
Als ich über der Partie brütete, schrie
nebenan im Hotelzimmer ein Baby ständig
"Aaaa!" Ich folgte dem Rat und
entdeckte den Gewinn auf der A-Linie."
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Fischers
Autogramm
Bei
den Mannschaftsweltmeisterschaften 1962 in
Warna wandte sich eine Autogrammsammlerin
zuerst an Fischer. Mit seiner Unterschrift
beschrieb er die ganze Seite. Als Fischer
gefragt wurde, wo denn noch Platz für die
anderen
Namen sei, antwortete er: "Die
anderen sind Quatsch." |
Gedächtniskünstler
Harry
Nelson Pillsbury konnte in seiner nur zwölf
Jahre andauernden Schachkarriere
um die Jahrhundertwende auf einmalige Leistungen
zurückblicken. Neben
beeindruckenden Turnier- und Matcherfolgen
ragten seine phänomenalen
Gedächtnisleistungen heraus: Während eines
Ruhetages im internationalen Turnier von
Hannover (1902) gab er eine Blindsimultanvorstellung
gegen 21 Spieler von Meisterstärke, die
sich zudem noch beraten und auf dem Brett
analysieren durften. Unter diesen Bedingungen
hatte bis dahin kein Schachmeister gewagt,
eine Simultanvorstellung zu geben. Nach fast
12stündigem Kampf mit sich und den Gegnern
hatte Pillsbury mit +3-7=11 seine Prüfung
hervorragend bestanden. Bei einem weiteren
Auftritt spielte er gleichzeitig zwölf Schach-
und sechs Damepartien sowie eine Whistrunde.
Als diese Vorstellung zwei Stunden lief, forderte
er seine Gegner auf, je 30 beliebige,
aber schwierige Wörter aufzuschreiben, die
er während der Vorstellung "en
passant" auswendig lernte und am Ende
wunschgemäß vor- oder rückwärts aufsagte.
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Remisangebot
1953 sollte zwischen Najdorf und Boleslawski
während ihrer Turnierpartie in Zürich folgende
Unterhaltung stattgefunden haben.
Najdorf: “Remis?”
Boleslawski: “Nein!”
Najdorf nach einiger Zeit nachdenklich: “Spielen
Sie auf Gewinn?”
Boleslawski: “Nein!”
Najdorf sofort: "Also doch Remis?”
Boleslawski: “Nein!”
Najdorf: ”Spielen Sie auf Verlust?”
Boleslawski: “Nein!”
Najdorf verwirrt: “Ja, was wollen Sie denn?”
Boleslawski: ”Spielen!”
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Matt
dem Großmeister
Während einer der vielen Simultanvorstellungen,
die Alexander Aljechin in Argentinien gab,
rief einer seiner Gegner voller Freude: "Großmeister,
Sie sind in drei Zügen matt!" - "Regen
Sie sich nicht auf", antwortete Aljechin
aber trocken. "Vorher werde ich Sie in
zwei Zügen mattsetzen."
Unbekannt
Als Nimzowitsch einmal in Israel war, besuchte
er dort den Lasker-Schachclub. Allerdings
verriet er seine wahre Identität nicht.
Nachdem reihenweise alle Spieler gegen ihn
verloren hatten, meinte einer: "Sie
sind ein sehr starker Spieler, Ihr Spielstil
erinnert mich an Nimzowitsch."
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Schönschrift
Hugh Alexander sagte einmal Folgendes über
Michail Botwinnik:
"Wenn man gegen Botwinnik spielt, ist
es schon alarmierend, wenn man sieht, wie
er seinen Zug aufschreibt. Etwas kurzsichtig
beugt er sich über sein Formular und widmet
seine ganze Aufmerksamkeit der schönen und
exakten Niederschrift seines Zuges. Selbst
eine Explosion würde ihn jetzt nicht erschüttern
und durch ein Mikroskop betrachtet würde man
nicht eine Unregelmäßigkeit entdecken. Als
er gegen mich 1.c2-c4 aufschrieb, fühlte ich
mich, als müsse ich aufgeben!" |
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Weltmeister
Fischer
"Wie ich Weltmeister wurde" - Unter diesem
Titel wollte Fischer bereits 1963 ein Buch
herausgeben. Er war felsenfest davon überzeugt,
besser als der damals amtierende Weltmeister
Botwinnik zu sein.
Fischer
steht schlecht
Fischer schreitet mit einem sehr nachdenklichen
Gesicht durch den Turniersaal. "Was ist
passiert?", fragt Lombardy. "Ich stehe schlecht",
antwortet Fischer. Lombardy: "Biete doch
einfach Remis an." Fischer: "So schlecht
stehe ich nun auch wieder nicht!"
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J'adoube!
Dem
peruanischen Meister Esteban Canal passierte
einst in einer vollbesetzten Straßenbahn
das Missgeschick, eine neben ihm stehende
Dame anzurempeln. In Gedanken weilte
er wohl noch bei seiner letzten Schachpartie,
denn unbewusst entfuhr ihm ein entschuldigendes
"J'adoube". Er war sehr erstaunt,
als er zu hören bekam: "Ah, sie
sind Schachspieler! Dann sollten sie wissen,
dass man "J'adoube"
vorher sagen muss!" |
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Remis
Auf der Schacholympiade 1962 in Varna kam
es in der Partie zwischen Fischer und Uhlmann
nach 19 Zügen zu folgendem Dialog: Fischer:
"Remis!" Uhlmann: "Es muss doch dreimal
Zugwiederholung sein!" Fischer: "Sie nehmen
das Remis an, wie ich es sage, sonst spiele
ich weiter und werde Sie dann schlagen." Uhlmann
nahm es nicht tragisch und akzeptierte das
Remis.
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Nach
dem Sieg
Ein
bekannter Großmeister-Kollege traf Fischer
nach dem Match gegen Taimanov in Vancouver,
das der Amerikaner sensationell mit 6-0
für sich entschieden hatte. "Was hältst
du von Taimanovs Spiel?", fragte er
Fischer. Dieser antwortete boshaft: "Ich
glaube, er spielt ganz gut Klavier!"
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Anekdoten - Seite 2
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Schöne
Ferien
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