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aktualisiert am:
29.07
.2010




Schach mal anders
- sinnvolle und weniger sinnvolle Variationen der Schachregeln -


Räuberschach
Die wohl bekannteste Variation überhaupt: Bei jedem Zug muss - soweit möglich - ein Stein des Gegners geschlagen werden. Gewonnen hat, wer als erster alle Figuren verloren hat oder Patt gesetzt wird. Bei mehreren Schlagmöglichkeiten kann eine Möglichkeit ausgewählt werden. Auch der König kann geschlagen werden. Die Gangart der Figuren bleibt gleich. Obwohl man im Zusammenhang mit Räuberschach oft Sprüche wie "Hier kann sogar Person XY mal gewinnen." hört, muss man ein bisschen nachdenken ...

Arabisches Schach
Schach mit den Regeln, wie sie zur ersten Blütezeit des Schach im 10. Jahrhundert gespielt wurden. Der Läufer zieht genau zwei Felder diagonal und springt dabei über Steine, die ein Feld entfernt sind. Weiterhin fehlt der Doppelschritt des Bauern, die Dame zieht und schlägt lediglich ein Feld diagonal. Dadurch wird der Wert der Figuren massiv verändert.

Würfelschach
Vor einem Zug würfelt ein Spieler, mit welcher Figur er ziehen darf. Dabei gilt die Zuordnung 1=Bauer, 2=Springer, 3=Läufer, 4=Turm, 5=Dame, 6=König. Wer eine Zahl würfelt, mit der er nicht ziehen kann, hat Pech gehabt und der Gegner ist wieder dran. Schach und Matt sind aufgehoben, die Partie ist erst dann beendet, wenn ein Spieler den König seines Gegners schlägt. "Hier kann sogar Person XY gewinnen" :D

Zylinderschach
Im Zylinderschach kommt eine komplizierende Regel zu den normalen Regeln dazu. Die Brettenden mit den Linien h1-h8 und a1-a8 werden durchbrochen. Figuren können durch die Brettenden durchziehen und kommen entsprechend ihrer Gangart auf der anderen Brettseite wieder raus. Beispiele: Lc2 durchbricht das Brettende auf a4 und taucht auf h5 wieder auf. Oder - Springer zieht von h3 nach a5.

Geisterschach
Beim Geisterschach wird außer den beiden Spielern ein Ansager/Schiedsrichter benötigt. Beide Spieler spielen an einem eigenen Brett, auf dem nur ihre eigenen Steine aufgebaut sind. Sie können das Brett der Gegner nicht sehen, wissen also nicht, was dieser zieht. Die Gangart der Figuren bleibt unverändert. Der Schiedsrichter sieht sich beide Bretter an und überprüft nach jedem Zug, ob er möglich ist und untersagt ihn gegebenenfalls. Wenn eine Figur geschlagen wird, nimmt er sie beim Betroffenen vom Brett und zeigt sie dem anderen Spieler. Bei Schachgeboten gibt der Schiedsrichter dem im Schach stehenden Spieler einen Hinweis.  Man spielt Geisterschach also wie normales Schach mit der Einschränkung, dass man die gegnerischen Figuren nicht sieht. Beispiel für einen Partieanfang: Die Züge e4 - e5, Sf3 - Sc6, Lc4 - Lc5, Sg5 geschehen. Schwarz weiß zwar nicht, dass ein Springer auf g5 steht, zieht aber trotzdem zufällig Dxg5. Der Schiedsrichter nimmt daraufhin den weißen Springer vom Brett des Weißspielers.  

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