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DVM
01: Die Stader U16-Vierermannschaft ist Deutscher
Meister!

Björn
Scholvin, Jan Willem Abraham, Marten Gezici und
Till Cordes
Bericht zu den Deutschen Vereinsmeisterschaften
U16 in Bendorf 2001von Marten Gezici
Stader
U16-Vierer wird Deutscher Meister
Nach unserem Sieg bei den Norddeutschen Meisterschaften traten
wir mit dem gleichen Team Björn Scholvin (Brett
1), Jan Willem Abraham (Brett 2), Marten Gezici
(Brett 3) und Till Cordes (Brett 4) bei den Deutschen
Vereinsmeisterschaften vom 26.-30 Dezember in
Bendorf an. Betreut wurden wir von Andreas Hauschild,
der diese Aufgabe auch super machte und uns immer
sehr gut vorbereitete, sodass wir fast sicher
sein konnten, nach der Eröffnung einen kleinen
Vorteil zu besitzen. Von den DWZ-Zahlen her waren
wir topgesetzt, die Abstände zu den anderen Mannschaften
waren aber sehr klein, so dass das Turnier auf
keinen Fall „auf die leichte Schulter genommen
werden konnte“. Die Unterkunft und die Verpflegung
waren sehr gut, was bei solchen Veranstaltungen
auch nicht immer selbstverständlich ist. Wir wohnten
zu viert in einem geräumigen Zimmer; im Keller
des Hauses gab es sogar ein Schwimmbad, was kostenlos
genutzt werden konnte. Insgesamt war das Turnier
sehr gut organisiert, die Mannschaften erhielten
schnell die Bulletins und die Runden fingen ohne
nennenswerte Verzögerungen an.
Nun zum Schachlichem:
Die Runden wurden nach dem Schweizer System ausgelost, so dass
wir als Erster der Setzliste gegen Delbrück spielen
mussten, die nach den DWZ-Zahlen nicht so stark
waren, wodurch wir auch relativ sicher 3,5-0,5
gewannen. In der zweiten Runde spielten wir schon
gegen den an fünf gesetzten Schachklub Plauen,
allerdings gewannen wir auch hier 3,5-0,5. Nach
den ersten beiden Runden waren wir dennoch nur
Dritter, vor uns waren aufgrund der höheren Brettpunktzahl
Rosenheim und Pirmasens.
Die nächste Runde sollte uns dann auch Pirmasens als Gegner
bescheren, sodass es schon eine kleine Vorentscheidung
fallen konnte. Ich gewann als erstes, wobei diese
Partie auch genauso hätte andersherum ausgehen
können, Björn hatte der Mannschaft ein Remis gesichert,
und bei noch zwei ausstehenden Partien mit je
einem Turm mehr unsererseits hofften wir auf einen
sicheren Gewinn, allerdings hatte Tills Gegner
starkes Gegenspiel und gewann die Partie durch
eine schöne Kombi (diese Partie wurde auch zur
schönsten des Turniers gewählt!!), und Jan Willem,
der Turm gegen zwei Bauern hatte, verlor in Zeitnot
die Übersicht und die Bauern marschierten, ohne
dass er sie aufhalten konnte. So verloren wir
schon in der dritten Runde unseren ersten Mannschaftskampf,
und machten uns noch eher wenige Hoffnungen auf
den Meistertitel.
In der vierten Runde spielten wir gegen Osnabrück die wir schon
von vielen anderen Vereinsmeisterschaften kannten,
und wir wussten ,dass es auch dieses mal wieder
ziemlich knapp werden wird. Björn, Jan Willem
und ich machten Remis, sodass Till ein Turmendspiel
mit einem Mehrbauern auskämpfen musste, was er
dann nach einigen Fehlern seines Gegners gewann.
Wir hatten zu dem Zeitpunkt 6:2 Mannschaftspunkte
und wieder einige Hoffnung auf den Meistertitel
oder wenigstens unter die ersten drei zu kommen.
Erster war die Überraschungsmannschaft Rosenheim,
die trotz schlechterer Wertzahlen 8:0 Punkte hatte,
und zeigte dass man gerade im Jugendbereich darauf
nicht allzu großen Wert legen sollte.
In der 5. Runde spielten wir gegen Porz, die an vier gesetzt
waren. Jan Willem und ich gewannen, Till verlor
schon in der Eröffnung die Qualität und am Ende
auch die Partie, Björn stand eigentlich gut, jedoch
stellte er unnötigerweise einen Bauern ein, wonach
seine ganze Stellung auseinanderbrach und auch
er verlor.
Die Tabelle vor der sechsten Runde sah folgendermaßen aus:
| 1. |
Rüdersdorf |
9:1
Punkte |
12,5
Brettpunkte |
| 2. |
Pirmasens |
8:2
Punkte |
13,5
Brettpunkte |
| 3. |
Rosenheim |
8:2
Punkte |
13,5
Brettpunkte |
| 4. |
Stade |
7:3
Punkte |
13,0
Brettpunkte |
Die Paarungen für die sechste Runde hießen Rüdersdorf-Pirmasens
und Rosenheim-Stade. Das hatte für uns zur Folge,
dass wir unbedingt zweimal zu gewinnen hatten
und Rüdersdorf gegen Pirmasens auch gewinnen musste,
da wir gegen Pirmasens schon gespielt hatten und
sie sonst nicht hätten einfangen können.
Björn spielte gegen seinen Gegner Remis und auch Jan Willem
tat dies, da er trotz eines Mehrbauern, nicht
unbedingt besser stand und sein Gegner viel Druck
auf ihn ausüben konnte. So entschied sich der
Mannschaftskampf an den Brettern drei und vier.
An beiden Brettern waren sehr unklare Stellungen die bis zum
Blättchenfall ausgespielt wurden.
Bei Tills Partie war bei seinem Gegner die Platte gefallen,
er versuchte zwar, noch auf Remis zu reklamieren,
gab dann aber auf als er sah, dass er eine Figur
eingestellt hatte, sodass seine Reklamation überflüssig
war.
Meine Partie endete ziemlich chaotisch, in einem Bauernendspiel
reklamierte ich auf Remis, da meine Zeit schlecht
war und ich eine leicht bessere Stellung hatte.
Der Schiedsrichter meinte aber, dass wir weiterspielen
sollen und er nach der Partie entscheidet. Das
Blatt wendete sich nun, das Endspiel war mittlerweile
etwas schlechter für mich, allerdings konnte ich
in der Blitzphase einen Trick anwenden, so dass
ich am Ende ein gewonnenes Endspiel hatte, wozu
das in der Umsetzung noch etwas Zeit brauchen
würde.
An einer Stelle machte der Gegner einen unmöglichen Zug (dies
hatte der Schiedsrichter aber nicht bemerkt) und
bei mir fiel die Platte. Der Schiedsrichter zeigte
dies an, und eigentlich war das der Verlust für
mich, jedoch machte ich darauf aufmerksam, dass
ich schon vorhin auf Remis reklamiert hatte. Nun
war heilloses Durcheinander angesagt, es musste
zwischen zwei Sachen entschieden werden.
- Ob
die Stellung, die ich reklamiert hatte, Remis
war (dies wäre wahrscheinlich für uns negativ
ausgefallen, da noch zu viele Bauern auf dem
Brett waren und man nicht pauschal sagen konnte,
dass die Stellung remis war)
- oder
dass ich einen Zeitbonus bekomme, da mein Gegner
durch seinen unmöglichen Zug (mittlerweile wusste
der Schiedsrichter davon, da ihn einige Zeugen
darauf aufmerksam gemacht haben) meinen Blättchenfall
hervorgerufen hat, und die Partie an der Stelle
weitergespielt wird, wo mein Blättchen gefallen
ist
Zum Glück für uns entschied der Schiedsrichter auf Möglichkeit
Nummer zwei, so dass ich das Endspiel mit 2 Minuten
auf der Uhr sicher gewinnen konnte, da mein Gegner
auch nur noch wenig Zeit hatte.
Rüdersdorf hatte gegen Pirmasens auch gewonnen, sodass es in
der letzten Runde zum Showdown zwischen Rüdersdorf
und uns kam. Die Ausgangslage war so, dass wir
mit einem Sieg Deutscher Meister sind, mit einem
Unentschieden Dritter und mit einer Niederlage
auf dem vierten Platz landen.
So bereiteten wir uns am Abend vorher mit Andreas Hilfe alle
gut vor, wobei ich sogar zu einer Spezialvariante
greifen musste. ( 1.Sc3). Am nächsten Morgen war
es dann soweit,
wir waren alle ein bisschen aufgeregt, und die Spiele begannen.
Ich hatte dank der guten Vorbereitung gute Möglichkeiten
zu gewinnen, und nutzte diese auch. Björn spielte
Remis. So stand es 1,5-0,5 nach den ersten beiden
Partien, was uns positiv stimmte. Allerdings stand
Jan Willem schlechter und bei Till wusste man
nicht so genau, was dabei herauskommt. Till gewann
dann aber einen Bauern und auch Jan Willems Partie
wendete sich überraschend schnell zum Guten für
uns. So gewann er danach auch relativ schnell
und das hieß: Wir sind Deutscher Meister U16 2001.
Till schaffte dann sogar auch noch den Sieg, sodass
wir Rüdersdorf überzeugend 3,5-0-5 schlagen konnten.
Hiermit möchten wir uns bei Andreas Hauschild für die super
Betreuung und Vorbereitung danken, ich denke,
ohne ihn wäre dieser Meistertitel nicht möglich
gewesen. Außerdem danken wir dem Verein für die
Unterstützung, die wir durch ihn erfahren haben.
Marten Gezici
Abschlusstabelle
| |
MP
|
BP
|
| 1. Stader SV |
11:3
|
19,5
|
| 2. SV Rüdersdorf |
11:3
|
17,0
|
| 3. SV Wolfbusch |
10:4
|
18,5
|
| 4. SC Pirmasens |
10:4
|
16,5
|
| 5. SV Osnabrück |
9:5
|
15,5
|
Einzelergebnisse
| 1. Brett: Björn Scholvin |
3,5/7
|
| 2. Brett: Jan Willem Abraham |
4,5/7
|
| 3. Brett: Marten Gezici |
6,5/7
|
| 4. Brett: Till Cordes |
5,0/7
|
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