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aktualisiert am:
29.07
.2010


DVM 01: Die Stader U16-Vierermannschaft ist Deutscher Meister!


Björn Scholvin, Jan Willem Abraham, Marten Gezici und Till Cordes

Bericht zu den Deutschen Vereinsmeisterschaften U16 in Bendorf 2001von Marten Gezici

Stader U16-Vierer wird Deutscher Meister

Nach unserem Sieg bei den Norddeutschen Meisterschaften traten wir mit dem gleichen Team Björn Scholvin (Brett 1), Jan Willem Abraham (Brett 2), Marten Gezici (Brett 3) und Till Cordes (Brett 4) bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften vom 26.-30 Dezember in Bendorf an. Betreut wurden wir von Andreas Hauschild, der diese Aufgabe auch super machte und uns immer sehr gut vorbereitete, sodass wir fast sicher sein konnten, nach der Eröffnung einen kleinen Vorteil zu besitzen. Von den DWZ-Zahlen her waren wir topgesetzt, die Abstände zu den anderen Mannschaften waren aber sehr klein, so dass das Turnier auf keinen Fall „auf die leichte Schulter genommen werden konnte“. Die Unterkunft und die Verpflegung waren sehr gut, was bei solchen Veranstaltungen auch nicht immer selbstverständlich ist. Wir wohnten zu viert in einem geräumigen Zimmer; im Keller des Hauses gab es sogar ein Schwimmbad, was kostenlos genutzt werden konnte. Insgesamt war das Turnier sehr gut organisiert, die Mannschaften erhielten schnell die Bulletins und die Runden fingen ohne nennenswerte Verzögerungen an.

Nun zum Schachlichem:

Die Runden wurden nach dem Schweizer System ausgelost, so dass wir als Erster der Setzliste gegen Delbrück spielen mussten, die nach den DWZ-Zahlen nicht so stark waren, wodurch wir auch relativ sicher 3,5-0,5 gewannen. In der zweiten Runde spielten wir schon gegen den an fünf gesetzten Schachklub Plauen, allerdings gewannen wir auch hier 3,5-0,5. Nach den ersten beiden Runden waren wir dennoch nur Dritter, vor uns waren aufgrund der höheren Brettpunktzahl Rosenheim und Pirmasens.

Die nächste Runde sollte uns dann auch Pirmasens als Gegner bescheren, sodass es schon eine kleine Vorentscheidung fallen konnte. Ich gewann als erstes, wobei diese Partie auch genauso hätte andersherum ausgehen können, Björn hatte der Mannschaft ein Remis gesichert, und bei noch zwei ausstehenden Partien mit je einem Turm mehr unsererseits hofften wir auf einen sicheren Gewinn, allerdings hatte Tills Gegner starkes Gegenspiel und gewann die Partie durch eine schöne Kombi (diese Partie wurde auch zur schönsten des Turniers gewählt!!), und Jan Willem, der Turm gegen zwei Bauern hatte, verlor in Zeitnot die Übersicht und die Bauern marschierten, ohne dass er sie aufhalten konnte. So verloren wir schon in der dritten Runde unseren ersten Mannschaftskampf, und machten uns noch eher wenige Hoffnungen auf den Meistertitel.

In der vierten Runde spielten wir gegen Osnabrück die wir schon von vielen anderen Vereinsmeisterschaften kannten, und wir wussten ,dass es auch dieses mal wieder ziemlich knapp werden wird. Björn, Jan Willem und ich machten Remis, sodass Till ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern auskämpfen musste, was er dann nach einigen Fehlern seines Gegners gewann. Wir hatten zu dem Zeitpunkt 6:2 Mannschaftspunkte und wieder einige Hoffnung auf den Meistertitel oder wenigstens unter die ersten drei zu kommen. Erster war die Überraschungsmannschaft Rosenheim, die trotz schlechterer Wertzahlen 8:0 Punkte hatte, und zeigte dass man gerade im Jugendbereich darauf nicht allzu großen Wert legen sollte.

In der 5. Runde spielten wir gegen Porz, die an vier gesetzt waren. Jan Willem und ich gewannen, Till verlor schon in der Eröffnung die Qualität und am Ende auch die Partie, Björn stand eigentlich gut, jedoch stellte er unnötigerweise einen Bauern ein, wonach seine ganze Stellung auseinanderbrach und auch er verlor.

Die Tabelle vor der sechsten Runde sah folgendermaßen aus:

1. Rüdersdorf 9:1 Punkte 12,5 Brettpunkte
2. Pirmasens 8:2 Punkte 13,5 Brettpunkte
3. Rosenheim 8:2 Punkte 13,5 Brettpunkte
4. Stade 7:3 Punkte 13,0 Brettpunkte

Die Paarungen für die sechste Runde hießen Rüdersdorf-Pirmasens und Rosenheim-Stade. Das hatte für uns zur Folge, dass wir unbedingt zweimal zu gewinnen hatten und Rüdersdorf gegen Pirmasens auch gewinnen musste, da wir gegen Pirmasens schon gespielt hatten und sie sonst nicht hätten einfangen können.

Björn spielte gegen seinen Gegner Remis und auch Jan Willem tat dies, da er trotz eines Mehrbauern, nicht unbedingt besser stand und sein Gegner viel Druck auf ihn ausüben konnte. So entschied sich der Mannschaftskampf an den Brettern drei und vier.

An beiden Brettern waren sehr unklare Stellungen die bis zum Blättchenfall ausgespielt wurden.

Bei Tills Partie war bei seinem Gegner die Platte gefallen, er versuchte zwar, noch auf Remis zu reklamieren, gab dann aber auf als er sah, dass er eine Figur eingestellt hatte, sodass seine Reklamation überflüssig war.

Meine Partie endete ziemlich chaotisch, in einem Bauernendspiel reklamierte ich auf Remis, da meine Zeit schlecht war und ich eine leicht bessere Stellung hatte. Der Schiedsrichter meinte aber, dass wir weiterspielen sollen und er nach der Partie entscheidet. Das Blatt wendete sich nun, das Endspiel war mittlerweile etwas schlechter für mich, allerdings konnte ich in der Blitzphase einen Trick anwenden, so dass ich am Ende ein gewonnenes Endspiel hatte, wozu das in der Umsetzung noch etwas Zeit brauchen würde.

An einer Stelle machte der Gegner einen unmöglichen Zug (dies hatte der Schiedsrichter aber nicht bemerkt) und bei mir fiel die Platte. Der Schiedsrichter zeigte dies an, und eigentlich war das der Verlust für mich, jedoch machte ich darauf aufmerksam, dass ich schon vorhin auf Remis reklamiert hatte. Nun war heilloses Durcheinander angesagt, es musste zwischen zwei Sachen entschieden werden.

  1. Ob die Stellung, die ich reklamiert hatte, Remis war (dies wäre wahrscheinlich für uns negativ ausgefallen, da noch zu viele Bauern auf dem Brett waren und man nicht pauschal sagen konnte, dass die Stellung remis war)
  2. oder dass ich einen Zeitbonus bekomme, da mein Gegner durch seinen unmöglichen Zug (mittlerweile wusste der Schiedsrichter davon, da ihn einige Zeugen darauf aufmerksam gemacht haben) meinen Blättchenfall hervorgerufen hat, und die Partie an der Stelle weitergespielt wird, wo mein Blättchen gefallen ist

Zum Glück für uns entschied der Schiedsrichter auf Möglichkeit Nummer zwei, so dass ich das Endspiel mit 2 Minuten auf der Uhr sicher gewinnen konnte, da mein Gegner auch nur noch wenig Zeit hatte.

Rüdersdorf hatte gegen Pirmasens auch gewonnen, sodass es in der letzten Runde zum Showdown zwischen Rüdersdorf und uns kam. Die Ausgangslage war so, dass wir mit einem Sieg Deutscher Meister sind, mit einem Unentschieden Dritter und mit einer Niederlage auf dem vierten Platz landen.

So bereiteten wir uns am Abend vorher mit Andreas Hilfe alle gut vor, wobei ich sogar zu einer Spezialvariante greifen musste. ( 1.Sc3). Am nächsten Morgen war es dann soweit,

wir waren alle ein bisschen aufgeregt, und die Spiele begannen. Ich hatte dank der guten Vorbereitung gute Möglichkeiten zu gewinnen, und nutzte diese auch. Björn spielte Remis. So stand es 1,5-0,5 nach den ersten beiden Partien, was uns positiv stimmte. Allerdings stand Jan Willem schlechter und bei Till wusste man nicht so genau, was dabei herauskommt. Till gewann dann aber einen Bauern und auch Jan Willems Partie wendete sich überraschend schnell zum Guten für uns. So gewann er danach auch relativ schnell und das hieß: Wir sind Deutscher Meister U16 2001. Till schaffte dann sogar auch noch den Sieg, sodass wir Rüdersdorf überzeugend 3,5-0-5 schlagen konnten.

 

Hiermit möchten wir uns bei Andreas Hauschild für die super Betreuung und Vorbereitung danken, ich denke, ohne ihn wäre dieser Meistertitel nicht möglich gewesen. Außerdem danken wir dem Verein für die Unterstützung, die wir durch ihn erfahren haben.

Marten Gezici

Abschlusstabelle

 
MP
BP
1. Stader SV
11:3
19,5
2. SV Rüdersdorf
11:3
17,0
3. SV Wolfbusch
10:4
18,5
4. SC Pirmasens
10:4
16,5
5. SV Osnabrück
9:5
15,5

Einzelergebnisse

1. Brett: Björn Scholvin
3,5/7
2. Brett: Jan Willem Abraham
4,5/7
3. Brett: Marten Gezici
6,5/7
4. Brett: Till Cordes
5,0/7

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